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Babylonisches Sprachgenie

März 27, 2009

Mein Umstieg auf Linux verlief ja erstaunlich glatt. Die ein oder andere Klippe gilt es allerdings dennoch zu umschiffen. Klippe Nr. 1 ist die Tatsache, dass auf geocaching.com der Link “Send to GPS” nicht mehr funktioniert. Das nötige Browserplugin gibt es nicht für Linux. Also musste ein adäquater Ersatz her. GPSBabel ist ein wahres Multitalent in der Kommunikation rund um GPS und ermöglicht so ein paar raffinierte Möglichkeiten für das paperless Geocaching. Das Programm ist Open Source unter der GPL und es gibt es für alle möglichen Plattformen, was bedeutet, dass die hier beschriebenen Lösungen in ähnlicher Form auch unter Windows und Mac funktionieren.

GPSBabel scheint dabei zunächst nur als ein reines Konvertierungsprogramm für verschiedene Dateiformate zu sein. Doch der nähere Blick offenbart ein Multiversum an Funktionen, darunter auch einige, die ganz speziell interessant für paperless Geocaching sind. Für mich war anfangs nur die Fähigkeit von GPSBabel interessant, Wegpunkte direkt auf Garmin-Geräte zu überspielen. Das war für mich der Ausgangspunkt und der Grund, mich mal näher mit diesem feinen Tool auseinanderzusetzen. Entdeckt habe ich aber noch einiges mehr. Doch der Reihe nach…

Caches vom Browser direkt ans GPS schicken

GPSBabel ist ein Kommandozeilenprogramm ohne graphische Oberfläche. Folgender Befehl lädt den Inhalt einer loc-Datei auf ein am USB-Port angeschlossenes Garmin:

gpsbabel -s -i geo -f my.loc -o garmin -F usb:

Das sieht zunächst ziemlich kryptisch aus, ist aber ganz einfach. Die Option “-i” legt das Eingabeformat fest. Hier also “geo”, was für das Format steht, das gc.com in seinen loc-Dateien verwendet. Mit “-f” wird die Eingabedatei spezifiziert. “-o” gibt dann das Ausgabeformat an. In diesem Fall also “garmin” und “-F” ist für die Ausgabedatei zuständig. Linux behandelt Geräte und Dateien in der Regel gleich. Deswegen ist hier die “Ausgabedatei” in Wirklichkeit ein “Ausgabegerät” und zwar das, welches am USB-Port hängt. Die Option “-s” steht für “smart” und veranlasst den Konverter jeweilige Sonderfunktionen zu nutzen. In diesem Fall bewirkt diese Einstellung, dass der Cachename statt dem GC-Code als Wegpunktname auf dem GPS verwendet wird.

Das Ganze ist natürlich ein wenig zu lang, um das jedes Mal zu tippen. Der findige Linuxer schreibt sich dafür ein Batch-Skript – Verzeihung! Ich meine natürlich Shell-Skript. Dem geben wir den Namen “loc2garmin”:

#!/bin/bash
/usr/bin/gpsbabel -s -i geo -f $1 -o garmin -F usb:

Jetzt kann man mit dem Befehl loc2garmin my.loc den Inhalt der Datei my.loc direkt auf das Garmin schieben.

Jetzt müssen wir nur noch dem Browser beibringen, dieses Script auch zu verwenden, wenn er eine heruntergeladene .loc-Datei öffnen will. Dazu wird in der Datei “.mailcap” im Heimatverzeichnis folgende Zeile eingetragen:

application/xml-loc; loc2garmin %s

Hier wird dem Betriebssystem mitgeteilt, mit welchem Programm Dateien standardmäßig zu öffnen sind. Das Mapping wird dabei über den MIME-Type gemacht, den der Browser vom Server übermittelt bekommt. In diesem Fall ist der MIME-Type “application/xml-loc”.

Das Ganze kann man jetzt im Browser ausprobieren:

Screenshot "Öffnen mit ..."

Screenshot "Öffnen mit ..."

Hier findet Ihr, was man unter Windows dafür  tun muss.

Vorteil das so zu machen ist, dass das unabhängig von der Geocaching-Plattform ist. Das Ganze funktioniert also auch auf Opencaching. Hier hatte ich dieses Feature schon schmerzlich vermisst.

Quellen:

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2 Kommentare leave one →
  1. März 27, 2009 11:06 vormittags

    Serh erfreulich dass sich noch jemand mit dem Thema Garmin und Linux beschäftigt. Ich habs dann irgendwann aufgegeben, das mit dem USB-Zugriff hat bei meine Suse 11.1 auch mit den Hinweisen auf der von Dir verlinkten Seite nicht geklappt. Aber für irgendwas muss ja mein Not-Windows ja gut sein, und wenns nur für selten benutzte Programme wie MapSource übrig bleiben muss.

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  1. Babylonisches Sprachgenie - Teil 2: Ersatz für den Garmin POI Loader « Geocaching Unterland

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