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Cache Mondscheinpromenade

Februar 25, 2009

Man sieht sich im Leben immer zweimal. Das scheint irgendwie auch auf Caches zuzutreffen. Zumindest auf diesen Cache. Zumindest bei uns (Flip von Puck & Flip und mir).

Da sind wir das erste Mal stolz und überheblich ohne Topokarte nur auf unsere überlegenen Hirne vertrauend los. Obwohl in der Beschreibung natürlich stand, dass man dies oder verschiedene andere Dinge brauchen wird. Und anfangs sah es auch gut aus. Schnell war der Beginn ausgemacht und wir folgten den Spuren wie ein Rudel Wölfe einer Fährte. Doch dann kam Stage 4! Der Elan ward erstmal gebremst.

Das Offensichtlichste wollte uns zunächst nicht einleuchten. Dann haben wir uns an Sherlock Holmes gehalten: Eliminiere alles Unmögliche und das was übrig bleibt ist die Lösung, egal wie unwahrscheinlich sie scheint. Nach etwa gefühlten 30min hatten wir alles Unmögliche ausgeschlossen und uns doch mal mit dem offensichtlich Unwahrscheinlichen auseinandergesetzt. Ahh, geht ja doch!

Wäre Sommer gewesen hätten wir hier Blut & Wasser geschwitzt.  Stattdessen bildeten sich Eiszapfen. Eine ewig lange Vignere-Entschlüsselung musste absolviert werden. Die zuvor durch Laufen und Suchen erreichte wohlige Betriebstemperatur fiel stetig ab. Irgendwann waren wir endlich am Ende angekommen! Doch dunkel war der Sinn jener Rede! Was tun? Egal, Hauptsache wieder in Bewegung setzen, damit das Frieren ein Ende hat, dann kann man auch besser denken. So steuerten wir in die einzige Richtung, die uns in den Sinn kam. Nach oben. In der Hoffnung der Weitblick würde uns Erkenntnis verschaffen. Doch oben angekommen waren wir keinen Deut schlauer, aber warm war uns wieder.

Nach einer Weile nachdenken haben wir einen völlig falschen Schluss gezogen, der aber zwei (je nach Tippfehler auch drei) im Bereich des Möglichen liegende Ergebnisse brachte. Überzeugt, dass wir wieder im Rennen waren steuerten wir den näheren an. Unsere Photonenpumpen erhellten die Nacht, aber die Nacht erhellt uns nicht. Mist also der andere… Halbe Stunde später, anderer Ort, selbes Ergebnis. Nachdenken, Tippfehler bemerken und einen dritten Punkt ansteuern. Erneutes wildes Funzeln. Nichts…

Gebrochen und gedemütigt traten wir den Heimweg an. Unser Selbstbewusstsein schleiften wir am Boden hinter uns her.

Zu Hause dann reumütig den Owner kontaktiert und eine orakulöse Antwort erhalten. Aha, einer der Rätsel liebt. Flip ist dann wohl mehr oder weniger ausgestiegen. Mir gelang es mit akribischer, wochenlanger, hochwertiger Detektivarbeit (= gelangweiltes Eingeben von Stichworten in Suchmaschinen während der Mittagspause) des Rätsels Lösung nach und nach ans Tageslicht zu fördern. Schließlich schien alles zu passen und der ermittelte Ort zeigte auf der Karte, dass die Lösung mit sehr großer Wahrscheinlichkeit richtig war.

Gestern nu der zweite Versuch. Als wir vor Ort eintrafen war es allerdings noch ziemlich hell. So wollte sich das Funkeln auch nicht gleich zeigen. Doch bevor uns die Lust verging war der erste Reflektor entdeckt. Weniger weil er so toll funkelte, sondern eher weil ich im Schein der Taschenlampe den Reißnagel im Baum direkt vor meiner Nase entdeckte. Ab da ging es dem Funkeln nach.

Der Rest war dann Fleißarbeit in einer besonders schönen Landschaft. Zum Schluss trugen wir uns erfolgreich ein.

Erkenntnis 1: Dinge, die auf einer Karte stehen, die man aber nicht dabei hat, können doch wichtig sein.

Erkenntnis 2: Geocachen muss von Anbietern mobiler Internetlösungen erfunden worden sein, um den Absatz anzukurbeln.

Erkenntnis 3: Dieser spezielle Cache wurde erfunden um zusätzlich den Verkauf von Topokarten anzukurbeln ;-)

Vielen Dank an den Owner für diesen schönen Zeitvertreib in der freien Natur. Ich habe viel gelernt. Mal sehen, bei welchem Cache mir das mal wieder von Nutzen sein wird.

Fazit: Eindeutig einer der besseren Caches der letzten Zeit.

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3 Kommentare leave one →
  1. Februar 26, 2009 12:00 vormittags

    Gratulation! Wir fanden diesen Cache auch Klasse. Er hat uns einiges abverlangt und fast zur Verzweiflung gebracht und zum Abbruch genötigt. Aber dank logischem Denken und Kombinationsgabe haben wir dann doch noch den rechten Weg eingeschlagen, Zerberus getrotzt und den schönsten Teil der Nachtwanderung genossen.

    • Februar 26, 2009 7:54 vormittags

      Logisch gedacht haben wir auch. Da sind wir Meister drin… im völlig logisch in die völlig falsche Richtung denken. Wir waren bei beiden Versuchen unter der Woche da und hatten deswegen nur einen stark begrenzten zeitlichen Rahmen. Wenn Du da einen entscheidenden Denkfehler machst und dann anderthalb Stunden danach verbringst das herauszufinden, dann war’s das für diese Nacht. Mit mehr Zeit und mobiler Internetunterstützung hätten wir vielleicht gleich beim ersten Mal noch das Ruder herumreißen können. Aber ich finde solche Abenteuer sind doch das Salz in der Suppe des Geocachens. Wie langweilig wäre das denn, wenn man jedesmal einen Durchmarsch hinlegt?

      Aber freut mich, dass wir da in so prominenter Gesellschaft sind.

  2. Februar 26, 2009 6:22 nachmittags

    Auch von mir Glückwunsch.
    Hört sich nach einer echten Herausforderung an.
    Die mit Bravur gemeistert wurde.
    Da zeigt sich doch wieder, Hartnäckigkeit zahlt sich aus.

    Liebe Grüße, Martina

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