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Wie kann ich als Geocacher der OpenStreetMap helfen? (Teil 1)

November 11, 2008

Dass OpenStreetMap (OSM) ein ganz erstaunliches Projekt ist, haben wir ja schon verschiedentlich in den Geocaching-Blogs gelesen. Was aber bringt mir das als Geocacher? Nun, diese Daten lassen sich im Gegensatz zu Daten von GoogleMaps frei verwenden. Wenn man also mal wieder eine Karte in der Cachebeschreibung brauchen sollte, kann man sie von OSM nehmen und bearbeiten.

Ein weiterer großer Nutzen: Man kann sich diese Karten auch auf sein kartenfähiges Garmin laden und als Topo zum Cachen benutzen. Es gibt sie zum Download in verschiedenen Varianten: topographisch, routingfähig und thematisch.

Bei all dem Nutzen, den man von so einem tollen Projekt zieht, fragt sich der geneigte Leser, der den OpenSource-Gedanken gut findet, wie er dem Projekt wieder etwas zurückgeben kann. Schließlich kommen wir als Geocacher überall hin (oft sogar da hin, wo normale Muggels nie hinkämen), kennen uns mit der benötigten Technik bestens aus und sind somit die ideale Truppe, um diese Projekt tatkräftig zu unterstützen.  Wie also kann man ich mich am OSM-Projekt beteiligen?

Nun, da gibt es einige Möglichkeiten. Ich werde sie in der Reihenfolge mit aufsteigendem Zeit- bzw. KnowHow-Aufwand vorstellen. Also: Die einfach zu machenden am Anfang, die Hardcore-Sachen am Schluß:

  • Tracks spenden
  • Bugs im Datenbestand identifizieren
  • Daten erfassen und mappen
  • Beim Rendern der Slippy Map helfen
  • Mit Programmier-KnowHow das Projekt unterstützen

Die beiden ersten Themen werde ich in diesem Artikel erläutern. Die anderen folgen dann in weiteren über die nächsten Wochen.

Methode 1: Tracks spenden

Eine der einfachsten Möglichkeiten ist es, die Tracks, die wir als Geocacher unweigerlich mit unserem GPS bei der Dosensuche aufzeichnen, als GPX-Dateien abzuspeichern und diese nach www.openstreetmap.org hochzuladen. Diese Tracks können dann von anderen Projektteilnehmern runtergeladen und für das Mappen verwendet werden. Diesen Vorgang nennt man Tracks spenden.

Dazu benötigt man zunächst mal einen Account bei www.openstreetmap.org. Dazu einfach auf der Startseite von OSM oben rechts auf “Sign up” klicken und den weiteren Anweisungen folgen. Nach der obligatorischen Bestätigungsmail kann man sich einloggen.

Über den Klick auf den eigenen Benutzernamen und dann “my traces” kommt man auf die Seite, auf der man die GPX-Dateien hochladen kann. Dazu muss man nur die gewünschte Datei auswählen, eventuell eine Beschreibung und ein paar Tags (z.B. Europe Germany Munich) vergeben, damit andere leichter sehen, um was es sich bei diesem Track handelt. Anschließend sollte man nicht vergessen den Haken bei “Public?” zu setzen, denn sonst können andere diesen Track gar nicht sehen. Ein Klick auf “Upload” sendet die Datei. Diese taucht dann in der Liste darunter als “PENDING” auf. Nach einer kurzen Weile hat der Server diese verarbeitet. Man sieht dann ein kleines Thumbnail mit dem Track und im eigenen Postfach befindet sich eine Bestätigungsmail, dass alles geklappt hat.  Nun können andere auf diesen Track zugreifen.

Dies ist die einfachste Methode, OSM zu helfen. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass dies auch diejenige Methode mit dem geringsten konkreten Nutzen ist. Warum ist das so? Dem Track fehlen leider jegliche semantischen Informationen. Ist das jetzt eine Bundesstraße oder nur ein Waldweg? Ist es eine Wohnstraße und wenn ja, wie ist der Name dieser Straße? All diese Informationen fehlen dem Track. Sie sind aber für das Mappen von essentieller Bedeutung. Ein Mapper kann diese Tracks also nur dann verwenden, wenn er sowieso schon eigene Daten für die Gegend erfasst hat. Er wird sie aber als zusätzliche Messwerte heranziehen, um z.B. den Verlauf einer Straße zu mitteln oder die Kalibrierung von Luft- und Satelittenbildern zu überprüfen.

Methode 2: Bugs im Datenbestand identifizieren

Der Datenbestand von OSM wächst ständig. Und mit Einführung neuer Anwendungsmöglichkeiten steigen auch die Anforderungen an die Qualität der Daten. So sind durch die Einführung der routingfähigen Karten auf Basis der OSM-Daten ganz neue Probleme entstanden (z.B. Abbiegeverbote). Natürlich sind in einem Datenbestand wie dem von OSM immer Fehler enthalten. Man kann aber auf einfache Weise helfen, diesen Fehlern auf die Spur zu kommen, und so die Daten für alle Nutzer wertvoller machen.

Dazu gibt es bei OpenStreetBugs ein einfaches Interface, um entdeckte Fehler zu melden. Die Bedienung funktioniert genauso wie bei Google Maps. Man zoomt sich also zu dem Ort, an dem man in OSM einen Fehler entdeckt hat. Am linken oberen Rand gibt es ein grünes Plus. Beim Klick auf dieses Icon verändert sich der Mauszeiger zu einem Kreuz und man kann damit auf die Karte klicken. Es entsteht ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Ein Klick auf dieses Icon öffnet eine Blase, in die man eintragen kann, was genau der Fehler an dieser Stelle ist. OSM-Mapper in dieser Gegend können sich diese Bugs anzeigen lassen und entsprechend reagieren. Sie markieren diese Bugs dann später als gelöst.

So kann man auf einfache Weise helfen, den Datenbestand von OSM gesund zu erhalten. Ein weiterer Vorteil: Man muss sich nicht registrieren, um diese Tätigkeit durchzuführen, sondern kann einfach mal so vorbeischauen und helfen.

Mehr dann demnächst…

Diese Methoden sind also das Mittel der Wahl, wenn man als Geocacher nur wenig Zeit für OSM investieren will oder kann. Die folgenden Möglichkeiten erfordern entweder deutlich mehr Zeitaufwand oder ein größeres KnowHow.

Es wird noch ein allgemeiner Artikel zu den anderen Themen geben. Zusätzlich ist dann noch eine Serie speziell über das Wie und Was beim Mappen geplant. Wenn man sieht, wie einfach das ist, dann fühlt sich vielleicht mancher motiviert…

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