Stöckchen – Erster Fund

2009 April 28
by lovertux

Zur Zeit rappelt es mal wieder ganz schön im Blogosphärenwald und diesmal hat Stefan von Rubys Rudel auch mir ein Stöckchen hingeworfen. Das ist neu für mich und spannend und deswegen mach ich auch mal mit.

1. Durch wen oder was bist du aufs Cachen aufmerksam geworden?

Irgendwann hatte mir ein Freund mal davon erzählt. Das ist schon seeeeeeeehr lange her. Damals habe ich gedacht: “Was für ein Quatsch! Da kann ich meine Zeit echt besser verbringen!” Übrigens eine Reaktion, die ich bei meiner Umwelt auch heute noch oft beobachten kann.

Jedenfalls ist dann erst mal lange nix passiert. Dem Geocachen bin ich dann verfallen im Herbst 2005. Damals bekam ich zum Geburtstag das langersehnte GPS-Gerät. Ich dachte damals echt, das ist bestimmt toll zum Autofahren (Navigationssysteme waren da noch sauteuer) und wandern wollte ich auch damit. Als ich es dann hatte habe ich mich gefragt: Und was mach ich jetzt damit? Also habe ich mal im Internet ein bisschen rumgestöbert und bin ziemlich schnell über den Begriff “Geocaching” gestolpert. Dass das GPS zum Autofahren nicht besonders geeignet war, haben wir dann schnell gemerkt, aber beim Geocachen sind wir hängengeblieben. Gezeigt hat uns das keiner. Ich habe ganz allein zusammen mit meiner Frau die ersten Schritte unternommen, ganz ohne Einführung durch andere Cacher.

2. Welcher war dein erster Cache, die #1?

Staufenberg (GCNBTT)

3. Wann hast du ihn gehoben und warst du alleine?

Also jetzt wird es ein wenig komisch. Der genannte Cache ist zwar der, den wir als erstes gesucht habe, aber nicht der, den wir als erstes gefunden habe. Das war eigentlich Rocket Park (GCQDD2). Denn der Staufenberg-Cache hat sich ziemlich gut vor uns Anfängern versteckt. Trotzdem ist es unser gefühlter erster Cache. Wir sind sage und schreibe dreimal zu diesem Cache hingelaufen. Beim ersten Mal haben wir etwa eine dreiviertel Stunde gesucht. Dabei habe ich ständig ein Gebüsch durchwühlt, auf das die Koordinaten genau zeigten. Da war er natürlich nicht, wie sich später herausstellte. Prompt ist auch gleich ein Bekannter von uns dort aufgetaucht. Wir wollten nicht erklären, was wir da genau machen, und sind dann einfach abgezogen. Unsere Cacherkarriere begann also mit einem DNF.

Bei zweiten Mal haben wir uns dann familiäre Verstärkung geholt. Doch auch da nix. Schließlich habe ich den Owner angeschrieben. Der hat mir dann einen Tipp gegeben. Ich dachte noch: “Aber da habe ich doch mindestens zehn Mal geschaut?” . Wir sind also nochmal hin und tatsächlich da war der Cache genau …ZACKBUMBRUZELSCHMURGELRAUCH… Ha, da hat’s die Spoilersicherung rausgehauen, beinahe hätte ich es verraten. Jedenfalls fand ich das Versteck damals so cool, dass ich dem Geocachen verfallen war.

Ins Log haben wir damals etwas fantasielos geschrieben:

Im dritten Anlauf mit Spoiler vom Owner gefunden. Danke für den Tipp. Den Aussichtspunkt kannte ich schon. Dass dort ein Cache ist, hatte ich natürlich nie geahnt.

4. Hast du einen GPSr benutzt? Wenn ja, welchen?

Ja, mein gutes altes etrex yellow. Mit dem habe ich wohl die ersten 250 Caches gemacht.

5. War es dein erster Cacheversuch und wie lange hast du zum Finden gebraucht?

siehe Punkt 3.)

6. Was verbindest du im Nachhinein mit deinem ersten Cache? War es eine “gute Wahl”?

Ich verbinde ein paar Prinzipien mit diesem ersten Cache:

1. Man muss GENAU schauen.
2. Muggels geht das überhaupt nix an, was wir da treiben!
3. Ein guter Cache besteht aus einer guten Beschreibung, einem tollen Ort und einem guten Versteck.

Ja, es war eine gute Wahl. Ein sehr schöner Ort mit fantastischer Aussicht über Heilbronn und die umliegenden Weinberge. Noch heute habe ich ein Faible für Caches mit toller Aussicht. Wobei ich glaube, dass diese Vorliebe nicht erst durch den ersten Cache geprägt wurde ;-) .

Das ist wie beim Sex: Das erste Mal vergisst man wohl nie und wird immer was besonderes bleiben, auch wenn es vielleicht tatsächlich nur Durchschnitt war.

7. Zu guter letzt: Wem wirfst du das Stöckchen als nächstes zu?

Ich werfe das Stöckchen mal in Richtung zweier lokaler Blogger: Zum einen an jr849 und zum anderen an Jens vom Geocaching-Blog.de.

Sammlung von Download-Links für verschiedene OSM-Karten

2009 April 24
by lovertux

Zur Zeit wird in der Blogosphäre (z.B. hier und hier) der Link zum Download von Cloudmade rumgereicht. Das macht so den Eindruck, als wäre das die einzige und beste Stelle. Tatsächlich gibt es aber einen ganzen Haufen Sites, wo man Maps mit verschiedenen Schwerpunkten, Renderings und Features herbekommt. Im OpenStreetMapWiki gibt es dazu eine immer sehr aktuelle Seite mit einem Verzeichnis solcher Sites inklusive Aktualitätsangaben, Routingfähigkeit, MapSourceInstaller etc. Das ist eine wahre Fundgrube…

Babylonisches Sprachgenie – Teil 2: Ersatz für den Garmin POI Loader

2009 April 20
by lovertux

Wenn man immer alle Caches paperless dabei haben will und dann noch mit separaten Icons für Tradis, Multis etc. , dann kommt man in der Regel nicht darum herum, diese als POIs auf das Garmin zu laden. Das geht mit dem Garmin POI Loader – oder wiederum mit dem Sprachgenie GPSBabel. Noch ein bisschen Scripting-Zauber dazu, dann geht es damit sogar wesentlich effektiver als mit dem POI Loader. Wie genau, das erläutere ich im folgenden Artikel.

So richtig schick fand ich den Garmin POI-Loader noch nie. In der Regel muss man sich mühsam durch mehrere Seiten Dialoge klicken. Am Ende fällt dann ein gpi-File raus. Besonders blöd ist dabei, dass man den Namen dieses gpi-Files nicht beeinflussen kann. Zuvor hochgeladene POIs werden also überschrieben. Dazu sind die Namen der POI-Kategorien von den Dateinamen abhängig. Will man z.B. alle Tradis, Multis, Mysteries und alle Geldautomaten der eigenen Hausbank in eigenen Files vorhalten, muss man das mit dem POILoader mehrmals durchexerzieren und nach jedem Gang das entstandene gpi-File umbenennen. *ÄTZ*

Am coolsten wäre doch einfach folgendes zu tun:

gpx2poi -t VieleTradis.gpx -m VieleMultis.gpx -y EinPaarMysteries.gpx

und am Ende würde dann ein Tradi.gpi, Multi.gpi und ein Mystery.gpi hinten rausfallen – am besten direkt auf meinem im USB-Modus laufenden GPS. Geht nicht?

Geht doch! Und zwar mit unserem Sprachgenie GPSBabel. Ein bisschen Scripting-Zauber ist aber schon noch nötig. Und das Schöne: es funktioniert unter Windos, Mac und Linux.

Die Scripte im Folgenden sind zwar für Linux geschrieben, beinhalten aber kein schlimmes Voodoo und sollten daher einfach auf batch-Dateien portierbar sein. Wenn genug Interesse besteht, kann ich mich ja mal noch an eine Windows-Version machen. Aber nur, wenn hier genug geheult wird ;-)

Die Basics

Das Garmin sollte in den Massenspeichermodus versetzt werden. Dann kann man die entstehenden GPI-Dateien direkt auf der Speicherkarte des Gerätes speichern. Der Vorteil: Auch wenn man unter seinem Betriebssystem Schwierigkeiten mit der Kommunikation via Garmin-Protokoll hat, der Massenspeichermodus funktioniert in der Regel immer, weil sich das Garmin dann wie ein USB-Stick benimmt.

Folgender Befehl lädt den Inhalt einer GPX-Datei als POIs auf das Garmim, wenn es unter /media/disk/ gemountet ist:

gpsbabel -i gpx -f alle_caches.gpx -o garmin_gpi,bitmap=cache.bmp,category=Geocaches
    -F /media/disk/Garmin/Poi/alle_cache.gpi

Das bewirken die einzelnen Optionen:

  • -i: Gibt das Eingabeformat an (i wie input). In diesem Fall also gpx
  • -f: Spezifiziert die Eingabedatei (f wie file).
  • -o: Bezeichnet das Ausgabeformat (o wie output). In diesem Fall garmin_gpi, was die Bezeichnung für das POI-Format ist. Dieses Format unterstützt noch einen Schwung weiterer Optionen, die durch Komma getrennt angehängt werden:
    • bitmap: Pfad zur Datei, die als Icon benutzt werden soll. Es muss eine bmp-Datei sein und sie darf nicht größer als 24×24 Pixel sein. Magenta wird als transparente Farbe interpretiert.
    • category: Der Name der Category. Dies hilft die verschiedenen benutzerdefinierten POIs auseinanderzuhalten (siehe weiter unten)
  • -F: Legt die Ausgabedatei fest. Die kann direkt auf das Garmin gespeichert werden oder auch erst einmal woanders hin.

Das ist nun ein bisschen zu komplex, um es jedesmal eingeben zu können. Aus diesem Grund muss ein Shellscript her.

Die Kür

Auf Grund der Lesbarkeit gebe ich das Script hier nur auszugsweise wieder. Das komplette Ding findet sich dann am Ende des Artikels.

Der oben genannte Befehl wird jetzt zum Kern unseres eigentlichen Shellscripts. Wir lagern den Aufruf in eine eigene Funktion aus und parametrisieren ihn entsprechend. Dadurch können wir diese Funktionalität an mehreren Stellen im Script benutzen:

writegpi () {
    gpsbabel -s -i gpx -f "$1" -o garmin_gpi,category="$2",bitmap="$3",sleep=1
        -F "$garmin_poi_dir/$2.gpi"
}

Alles was wir dann noch machen müssen, ist die Optionen, die auf der Kommandozeile übergeben wurden, auszuwerten und die obige Funktion mehrmals mit den entsprechenden Parametern aufzurufen. Hier ein Beispiel mit Tradis:

writegpi Traditionals.gpx "Traditionals" Tradi.bmp

In der Shell-Programmierung macht man die Parameterauswertung am geschicktesten mit dem eingebauten Befehl getopt. Das war es schon.

Benutzt man jetzt den bereits erwähnten Befehl

gpx2poi -t MyTradis.gpx -m VieleMultis.gpx -y EinPaarMysteries.gpx

erhält man unter /media/disk/Garmin/Poi die drei Dateien Traditionals.gpi, Multis.gpi und Myteries.gpi. Auf dem Garmin kann man dann unter “Find -> Eigene Pois” alle erzeugten POIs sehen. Will man jetzt nur die Tradis, dann muss man unter “Menu -> Select database” die richtige Kategorie auswählen. Das Script erzeugt je eine Kategorie für Traditionals, Multis und Mysteries. Alle Parameter sind optional. Das heißt man kann auch “nur” Tradis oder “nur” Multis angeben.

Was noch nett wäre

Das ist jetzt ein Script mit Grundfunktionalität. Weitere Ideen, die mit GPSBabel prinzipiell möglich sind, für die ich momentan aber zu wenig Zeit habe (will heißen: zu faul bin), wären:

  • Unterstützung für mehrer Dateien pro Cachetyp bei gleichzeitigem Filtern von Dubletten.
  • Unterstützung von Nicht-Cache-POIs mit entsprechenden Icons.
  • Annäherungsalarme.
  • Synchronisieren ganzer Verzeichnisse voll mit diversen gpx-Files.

Wer Lust hat, kann sich ja mal daran versuchen. …oder mir ein Ohr abkauen.

Sourcecode

Wichtig: Der Quellcode hier wird veröffentlicht wie er ist. Er funktioniert bei mir einwandfrei. Ihr könnt damit tun und lassen, was Ihr wollt. Ich übernehme allerdings keine Gewährleistung dafür, dass es bei Euch ebenso ist oder der Code Eurem System keinen Schaden zufügt. So, das musste sein, schon wegen der Absicherung.

#! /bin/bash

garmin_poi_dir=/media/disk/Garmin/Poi
tradi_bmp="$0_img/tradi.bmp"
multi_bmp="$0_img/multi.bmp"
mystery_bmp="$0_img/mystery.bmp"

writegpi () {
    gpsbabel -s -i gpx -f "$1" -o garmin_gpi,category="$2",bitmap="$3",sleep=1 -F "$garmin_poi_dir/$2.gpi"
}

set -- `getopt "t:m:y:" "$@"` || {
        echo "Anwendung: `basename $0` [-t file] [-m file] [-y file] " 1>&2
        exit 1
}

tflag=0
mflag=0
yflag=0
tname=NONE
mname=NONE
yname=NONE

while :
do
    case "$1" in
           -t) tflag=1; shift; tname="$1" ;;
           -m) mflag=1; shift; mname="$1" ;;
           -y) yflag=1; shift; yname="$1" ;;
           --) break ;;
    esac
      shift
done
shift

if [ $tflag == 1 ]; then
    if [ -f "$tname" ];
        then # Traditionals
            echo "Exporting traditionals..."
            writegpi $tname "Traditionals" $tradi_bmp
        else
            echo "$tname is not a regular file"
    fi
fi

if [ $mflag == 1 ]; then
    if [ -f "$mname" ];
        then # Multis
            echo "Exporting multis..."
            writegpi $mname "Multis" $multi_bmp
        else
            echo "$mname is not a regular file"
    fi
fi

if [ $yflag == 1 ]; then
    if [ -f "$yname" ];
        then # Mystries
            echo "Exporting mysteries..."
            writegpi $yname "Mysteries" $mystery_bmp
        else
            echo "$yname is not a regular file"
    fi
fi

Quellen, Ressourcen & Verwandte Artikel

Groundspeak benutzt OSM-Karten für iPhone Geocaching App 2.0

2009 April 8
by lovertux

Wie verschiedentlich berichtet wurde, hat Groundspeak eine neue Version seiner iPhone-Anwendung Geocaching App 2.0 herausgebracht. Dabei scheint wohl eine neue Funktionalität zu sein, dass man Topokarten benutzen kann. Zum Beispiel bei cyberberry sieht man dazu Screenshots.

Screenshot iPhone

Der Darstellungsstil dieser Karten kam mir merkwürdig bekannt vor. Das sieht verdammt nach dem Mapnik-Renderer von OpenStreetMap aus. Aber sind das auch die Straßen? Jawohl, sind sie! Hier ist der Beweis:

OSM & Google Compare

Hier der geht es zum Vergleichstool “Map Compare”, von dem der Screenshot stammt. Dort wird zum Vergleich die Google-Karte dargestellt und man sieht sehr schön, dass das dargestellte Set an Straßen, nur von OSM stammen kann, da sie in Enzweihingen noch nicht komplett sind.

Offensichtlich hat Groundspeak die bereits existierende iPhone-Anwendung für OSM in seine Applikation mit eingebaut oder verwendet sie dafür. Ich finde es jedenfalls saucool, zeigt es doch, dass man mit OSM-basierten Karten preisgünstig und gut als Geocacher unterwegs sein kann. Das sag ich ja schon seid einer ganzen Weile. Dass in einem Kaff kleinen Dorf wie Kaputtingen die Straßen noch nicht komplett sind, wen wundert’s. Also los Lilly und Stefan! Das ist doch der beste Anlass!

Babylonisches Sprachgenie

2009 März 27

Mein Umstieg auf Linux verlief ja erstaunlich glatt. Die ein oder andere Klippe gilt es allerdings dennoch zu umschiffen. Klippe Nr. 1 ist die Tatsache, dass auf geocaching.com der Link “Send to GPS” nicht mehr funktioniert. Das nötige Browserplugin gibt es nicht für Linux. Also musste ein adäquater Ersatz her. GPSBabel ist ein wahres Multitalent in der Kommunikation rund um GPS und ermöglicht so ein paar raffinierte Möglichkeiten für das paperless Geocaching. Das Programm ist Open Source unter der GPL und es gibt es für alle möglichen Plattformen, was bedeutet, dass die hier beschriebenen Lösungen in ähnlicher Form auch unter Windows und Mac funktionieren.

GPSBabel scheint dabei zunächst nur als ein reines Konvertierungsprogramm für verschiedene Dateiformate zu sein. Doch der nähere Blick offenbart ein Multiversum an Funktionen, darunter auch einige, die ganz speziell interessant für paperless Geocaching sind. Für mich war anfangs nur die Fähigkeit von GPSBabel interessant, Wegpunkte direkt auf Garmin-Geräte zu überspielen. Das war für mich der Ausgangspunkt und der Grund, mich mal näher mit diesem feinen Tool auseinanderzusetzen. Entdeckt habe ich aber noch einiges mehr. Doch der Reihe nach…

Caches vom Browser direkt ans GPS schicken

GPSBabel ist ein Kommandozeilenprogramm ohne graphische Oberfläche. Folgender Befehl lädt den Inhalt einer loc-Datei auf ein am USB-Port angeschlossenes Garmin:

gpsbabel -s -i geo -f my.loc -o garmin -F usb:

Das sieht zunächst ziemlich kryptisch aus, ist aber ganz einfach. Die Option “-i” legt das Eingabeformat fest. Hier also “geo”, was für das Format steht, das gc.com in seinen loc-Dateien verwendet. Mit “-f” wird die Eingabedatei spezifiziert. “-o” gibt dann das Ausgabeformat an. In diesem Fall also “garmin” und “-F” ist für die Ausgabedatei zuständig. Linux behandelt Geräte und Dateien in der Regel gleich. Deswegen ist hier die “Ausgabedatei” in Wirklichkeit ein “Ausgabegerät” und zwar das, welches am USB-Port hängt. Die Option “-s” steht für “smart” und veranlasst den Konverter jeweilige Sonderfunktionen zu nutzen. In diesem Fall bewirkt diese Einstellung, dass der Cachename statt dem GC-Code als Wegpunktname auf dem GPS verwendet wird.

Das Ganze ist natürlich ein wenig zu lang, um das jedes Mal zu tippen. Der findige Linuxer schreibt sich dafür ein Batch-Skript – Verzeihung! Ich meine natürlich Shell-Skript. Dem geben wir den Namen “loc2garmin”:

#!/bin/bash
/usr/bin/gpsbabel -s -i geo -f $1 -o garmin -F usb:

Jetzt kann man mit dem Befehl loc2garmin my.loc den Inhalt der Datei my.loc direkt auf das Garmin schieben.

Jetzt müssen wir nur noch dem Browser beibringen, dieses Script auch zu verwenden, wenn er eine heruntergeladene .loc-Datei öffnen will. Dazu wird in der Datei “.mailcap” im Heimatverzeichnis folgende Zeile eingetragen:

application/xml-loc; loc2garmin %s

Hier wird dem Betriebssystem mitgeteilt, mit welchem Programm Dateien standardmäßig zu öffnen sind. Das Mapping wird dabei über den MIME-Type gemacht, den der Browser vom Server übermittelt bekommt. In diesem Fall ist der MIME-Type “application/xml-loc”.

Das Ganze kann man jetzt im Browser ausprobieren:

Screenshot "Öffnen mit ..."

Screenshot "Öffnen mit ..."

Hier findet Ihr, was man unter Windows dafür  tun muss.

Vorteil das so zu machen ist, dass das unabhängig von der Geocaching-Plattform ist. Das Ganze funktioniert also auch auf Opencaching. Hier hatte ich dieses Feature schon schmerzlich vermisst.

Quellen:

Neujahrsvorsatz-Erfüllung: Raus mit Bill!

2009 März 20

Ich habe es geschafft und einen meiner Neujahrsvorsätze erfüllt. Natürlich weiß keiner, was meine Neujahrsvorsätze so waren, denn ich hatte sie hier gar nicht gepostet. Nicht etwa, weil ich das doof finde, sondern, weil die meisten nichts mit Geocaching zu tun haben und ich sowieso nicht so der Neujahrsvorsatz-Erfüller bin. Und weil ich das so genau weiß, nehme ich mir auch nichts vor, bei dem ich das ganze Jahr konsequent durchhalten muss – ich Weichei! Umso stolzer bin ich, dass ich einen Vorsatz erfüllt habe, der sich auch auf das Geocachen auswirken wird. Das war zwar jetzt überhaupt kein deutscher Satz, trifft aber genau das, was ich sagen will.

Mein Vorsatz war folgender: Da in Zukunft Microsoft den Support für Windows XP aufkündigen wird und ich aber keine Lust habe für ein Haufen Moneten eine aktuelle Version von einem Betriebssystem zu kaufen, mit dem ich sowieso nicht zufrieden bin, habe ich beschlossen: Dieses Windows muss weg! Allerdings habe ich auch nicht vor, einen neuen Rechner zu kaufen, sonst wäre ein Apple noch eine Alternative gewesen. Was bleibt ist die Rückkehr zu einem alten lieb gewonnenen Freund: Linux.

Das also war mein Vorsatz: Umsteigen auf Linux. Skeptisch war ich schon. Wird das alles gehen, was ich will? Vor allem wie wird Geocaching damit funktionieren? Zunächst war mal einiges an Recherche angesagt: Wie schließe ich mein Garmin an? Womit höre ich meine Podcasts? Welche Linux-Distribution soll es werden? Wie verwalte ich die Daten auf meinem Handy? Wie mach ich meine Steuererklärung?  Viele der Probleme waren allerdings vorher schon mal prinzipiell geklärt. Bereits unter Windows habe ich Programme wie Firefox, Thunderbird, OpenOffice und andere eingesetzt, die es auch für Linux gibt. Glück gehabt!

Ubuntu LogoAls Linux-Distribution habe ich mich für Ubuntu entschieden. Ich mag rpm-basierte Distributionen nicht, weswegen SuSE und Redhat schon mal ausfielen. Ubuntu ist Debian-basiert und da fühlt man sich als alter Debianer gleich wie zu Hause. Seit Jahren läuft bei mir daheim mein kleiner Server unter Debian und warum soll man bewährte Dinge ändern? Ubuntu kommt dafür dann mit aktuellerer Software daher und eignet sich insgesamt besser für Desktopsysteme als das originale Debian. Die Installer-CD  ist gleichzeitig eine Live-CD. Das ist sehr praktisch, denn da konnte ich erstmal ausprobieren, ob die  Hardware in meinem Notebook auch komplett unterstützt wird. Das war prompt der Fall, alles funktionierte out-of-the-box: Sound, WLan, Mousepad, USB-Festplatten, etc.

Aber ich bin ja etwas feige und wollte auf Nummer sicher gehen. Dementsprechend habe ich mich nach einer Virtualisierungssoftware umgesehen. Falls also irgendwas unter Linux partout nicht funktionieren will, will ich im Notfall auf ein Windows in einer virtuellen Maschine zurückgreifen können. Mit VirtualBox habe ich schnell eine schicke Lösung gefunden. So gab es endlich kein Halten mehr und das Ganze wurde umgestellt.

Die Installation sogar inklusive Festplattenverschlüsselung war ein Kinderspiel – Einfacher als unter Windows. Ich war begeistert und bin es immer noch. Bis jetzt tut alles wie gewünscht und auch noch performant. Noch ist aber nicht alles eingerichtet. Das Thema Geocaching-Software musste ich bis jetzt mangels Zeit noch stiefmütterlich behandeln. Dem werde ich mich aber jetzt nach und nach widmen.  Ich bin gespannt. Gibt es eigentlich in der Community noch jemanden, der nur mit Linux unterwegs ist? Meldet Euch doch mal in den Kommentaren zwecks Erfahrungsaustausch. Ansonsten demnächst mehr in diesem Theater.

Simons Katze

2009 Februar 26
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by lovertux

Hier mal wieder was zum Schmunzeln:

Via MI-Crowd

Cache Mondscheinpromenade

2009 Februar 25

Man sieht sich im Leben immer zweimal. Das scheint irgendwie auch auf Caches zuzutreffen. Zumindest auf diesen Cache. Zumindest bei uns (Flip von Puck & Flip und mir).

Da sind wir das erste Mal stolz und überheblich ohne Topokarte nur auf unsere überlegenen Hirne vertrauend los. Obwohl in der Beschreibung natürlich stand, dass man dies oder verschiedene andere Dinge brauchen wird. Und anfangs sah es auch gut aus. Schnell war der Beginn ausgemacht und wir folgten den Spuren wie ein Rudel Wölfe einer Fährte. Doch dann kam Stage 4! Der Elan ward erstmal gebremst.

Das Offensichtlichste wollte uns zunächst nicht einleuchten. Dann haben wir uns an Sherlock Holmes gehalten: Eliminiere alles Unmögliche und das was übrig bleibt ist die Lösung, egal wie unwahrscheinlich sie scheint. Nach etwa gefühlten 30min hatten wir alles Unmögliche ausgeschlossen und uns doch mal mit dem offensichtlich Unwahrscheinlichen auseinandergesetzt. Ahh, geht ja doch!

Wäre Sommer gewesen hätten wir hier Blut & Wasser geschwitzt.  Stattdessen bildeten sich Eiszapfen. Eine ewig lange Vignere-Entschlüsselung musste absolviert werden. Die zuvor durch Laufen und Suchen erreichte wohlige Betriebstemperatur fiel stetig ab. Irgendwann waren wir endlich am Ende angekommen! Doch dunkel war der Sinn jener Rede! Was tun? Egal, Hauptsache wieder in Bewegung setzen, damit das Frieren ein Ende hat, dann kann man auch besser denken. So steuerten wir in die einzige Richtung, die uns in den Sinn kam. Nach oben. In der Hoffnung der Weitblick würde uns Erkenntnis verschaffen. Doch oben angekommen waren wir keinen Deut schlauer, aber warm war uns wieder.

Nach einer Weile nachdenken haben wir einen völlig falschen Schluss gezogen, der aber zwei (je nach Tippfehler auch drei) im Bereich des Möglichen liegende Ergebnisse brachte. Überzeugt, dass wir wieder im Rennen waren steuerten wir den näheren an. Unsere Photonenpumpen erhellten die Nacht, aber die Nacht erhellt uns nicht. Mist also der andere… Halbe Stunde später, anderer Ort, selbes Ergebnis. Nachdenken, Tippfehler bemerken und einen dritten Punkt ansteuern. Erneutes wildes Funzeln. Nichts…

Gebrochen und gedemütigt traten wir den Heimweg an. Unser Selbstbewusstsein schleiften wir am Boden hinter uns her.

Zu Hause dann reumütig den Owner kontaktiert und eine orakulöse Antwort erhalten. Aha, einer der Rätsel liebt. Flip ist dann wohl mehr oder weniger ausgestiegen. Mir gelang es mit akribischer, wochenlanger, hochwertiger Detektivarbeit (= gelangweiltes Eingeben von Stichworten in Suchmaschinen während der Mittagspause) des Rätsels Lösung nach und nach ans Tageslicht zu fördern. Schließlich schien alles zu passen und der ermittelte Ort zeigte auf der Karte, dass die Lösung mit sehr großer Wahrscheinlichkeit richtig war.

Gestern nu der zweite Versuch. Als wir vor Ort eintrafen war es allerdings noch ziemlich hell. So wollte sich das Funkeln auch nicht gleich zeigen. Doch bevor uns die Lust verging war der erste Reflektor entdeckt. Weniger weil er so toll funkelte, sondern eher weil ich im Schein der Taschenlampe den Reißnagel im Baum direkt vor meiner Nase entdeckte. Ab da ging es dem Funkeln nach.

Der Rest war dann Fleißarbeit in einer besonders schönen Landschaft. Zum Schluss trugen wir uns erfolgreich ein.

Erkenntnis 1: Dinge, die auf einer Karte stehen, die man aber nicht dabei hat, können doch wichtig sein.

Erkenntnis 2: Geocachen muss von Anbietern mobiler Internetlösungen erfunden worden sein, um den Absatz anzukurbeln.

Erkenntnis 3: Dieser spezielle Cache wurde erfunden um zusätzlich den Verkauf von Topokarten anzukurbeln ;-)

Vielen Dank an den Owner für diesen schönen Zeitvertreib in der freien Natur. Ich habe viel gelernt. Mal sehen, bei welchem Cache mir das mal wieder von Nutzen sein wird.

Fazit: Eindeutig einer der besseren Caches der letzten Zeit.

Lost Places, die gar keine sind?

2009 Januar 23

In letzter Zeit tauchen vermehrt Caches auf, die zwar auf den ersten Blick behaupten, an einem Lost Place zu liegen, bei denen sich aber auf den zweiten Blick herausstellt, dass das nicht der Fall ist. Zumindest sind das keine Orte, die ich als Lost Places im klassischen Sinne bezeichnen würde. Was meine ich damit?

Da gibt es zum Beispiel einen Cache an einem Übergang über eine Bahnstrecke.  Die Bahn ist stillgelegt und auch entsprechend verwildert, das stimmt. Die Straße aber nicht. Da fahren pro Minute Dutzende von Autos rüber. Zu allem Überfluss ist die Lokation umgeben von massenhaft Wohngebäuden mit perfektem Blick auf den Cache. Unauffälliges Suchen? Unmöglich.

Ein weiteres Beispiel: Ein Cache in der Nähe der Gedenktafel einer Synagoge, die in der Reichskristallnacht zerstört wurde. An deren Stelle steht jetzt ein Verlagshaus. Eine vierspurige Straße führt daran vorbei. Viel vermuggelter geht es fast nicht mehr.

Ein Cache auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne der Amerikaner. Heute ist in diesen Räumlichkeiten ein Businesszentrum eingerichtet. Da sind tägllich hunderte von Menschen unterwegs. Weit und breit keine leerstehenden Fabrikgebäude oder ähnliches. “Lost” ist hier gar nix.

Dabei haben die Owner ja durchaus Recht, hier einen Cache zu verstecken und damit auf die geschichtlichen Zusammenhänge hinzuweisen. Die Caches sind auch meistens handwerklich gut gemacht, die Listings schön gestaltet und umfassend recherchiert. Allerdings verwechseln sie meiner Meinung nach “Lost Place” mit “History”. Als bekennender Lost-Place-Fan bin ich nach der ersten Begeisterung über einen neuen Lost Place schwer enttäuscht, wenn ich herausfinde, dass es sich eher um einen 1/1er DriveIn handelt.

Daher mein Vorschlag und Bitte: Deklariert solche Caches doch als History- oder Geschichtscaches und nicht als Lost Place! So wie es beispielsweise bei dem Cache Heilbronner History: Badener Hof vom Team geocaching-blog.de. Das trifft die Wirklichkeit meiner Meinung nach viel besser. Wie seht Ihr das? Wäre das nicht gut?

Die ARD Tagesschau auf Schwäbisch

2009 Januar 15
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